Grammatik des Neuassyrischen

Im von der DFG ab Juni 2019 geförderten Projekt "Neuassyrische Grammatik" soll eine Referenzgrammatik des Neuassyrischen auf der Basis des Korpus der neuassyrischen Briefe, Rechts- und Verwaltungsurkunden, Staatsverträge und Prophetien aus dem 9. bis 7. Jh. v. Chr. entstehen. Auf der Grundlage einer umfassenden Belegsammlung sollen Orthographie, Phonologie, Morphologie und Syntax des Neuassyrischen dargestellt werden. Auch die Position des Neuassyrischen innerhalb der assyrischen und im weiteren Sinne der akkadischen Sprachgeschichte soll herausgearbeitet werden, wofür mittlerweile durch die Descriptive Grammar of Neo-Assyrian (De Ridder 2018) und die Grammar of Old Assyrian (Kouwenberg 2017) gute Voraussetzungen geschaffen wurden.

Grundlage der Untersuchung sind die neuassyrischen Briefe (Überwiegend Korrespondenz des Königshofes), Staatsverträge, Rechts- und Verwaltungsurkunden. Auch die neuassyrischen Prophetien werden mit einbezogen (s. zur Sprache dieser Texte Parpola 1997, LXVII.). Dagegen können überwiegend in neubabylonischer Sprache verfasste literarische Texte (State Archives of Assyria Band 3), Anfragen an den Sonnengott (State Archives of Assyria Band 4), astrologische Berichte an die assyrischen Könige, die nur z. T. von assyrischen Schreibern verfasst wurden und zudem babylonischsprachige Omina zitieren (State Archives of Assyria Band 8), sowie das umfangreiche Korpus der Königsinschriften, das in einem literarischen, mit Assyriasmen durchsetzten Babylonisch abgefasst ist, nur im Einzelfall herangezogen werden; diese Textgenres verdienen in der Regel eigene sprachliche Untersuchungen.